

Aufstehen ist eine überparteiliche, linksorientierte Sammlungsbewegung. Wir wollen unsere Forderungen auf die Straße tragen und die Parteien zu einer Änderung ihrer Politik bewegen. Keine Politikerin, kein Politiker, keine Partei wird unsere Probleme lösen, wenn wir es nicht selbst tun.
Aufstehen-Stammtisch: Dienstag den 21.07.26!!!
19:00 Stammtisch, diesmal im La Bottega, Breite Straße 56, 13597 Berlin.
Vorher um 17:30, auch im La Bottega: „Spandau liest und diskutiert…“ Theoriekreis über aktuelle Themen.
Keine Waffen aus Berlin!
Aktionstage 10.-12. Juli
Demo: Wedding ohne Waffenfabrik!
Samstag, 11.Juli 14 Uhr
S+U-Gesundbrunnen
Treffpunkt Spandau:
13 Uhr U-Rathaus Spandau (Richtung
Rudow)
Kiosk Bahnsteig
Programmvorschau der Aktionstage:
:
Initiativen gegen Krieg und Waffenproduktion:
Webseite des Friedensplenums Spandau
Berliner Bündnis gegen Waffenproduktion
Wichtig: Save the date!!!
Grüße aus Spandau!
Spandau unterwegs…


„Von der Notwendigkeit des Sparens und Verzichtens“
Interessanter Artikel von Suitbert Cechura, gefunden auf dem Magazin Overtone
Berliner Wahlprogramm der Partei „Die Linke“
Berliner Wahlprogramm des BSW
Vergangene Veranstaltungen:


Bündnis Soziales Wohnen
Spandauer Newsletter NEU!
Kiezteam
AG Gesundheitsversorgung in Spandau
Newsletter Aufstehen – Die Sammlungsbewegung bundesweit
Bertolt Brecht 1952:
„Das Gedächtnis der Menschheit
für erduldete Leiden ist erstaunlich kurz.
Ihre Vorstellungsgabe für kommende
Leiden ist fast noch geringer.
„Das Gedächtnis der Menschheit“, aus: Bertolt Brecht, Werke. Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe, Band 12: Gedichte 2. © Bertolt-Brecht-Erben/Suhrkamp Verlag 1988.
Zum Nachdenken:
Walter Benjamin, Kapitalismus als Religion 1921
„Im Kapitalismus ist eine Religion zu erblicken, d.h. der Kapitalismus dient essentiell der Befriedigung derselben Sorgen, Qualen, Unruhen, auf die ehemals die so genannten Religionen Antwort gaben.
(…)
Der Kapitalismus ist vermutlich der erste Fall eines nicht entsühnenden, sondern verschuldenden Kultus. Ein ungeheures Schuldbewusstsein das sich nicht zu entsühnen weiß, greift zum Kultus, um in ihm diese Schuld nicht zu sühnen, sondern universal zu machen, dem Bewusstsein sie einzuhämmern und endlich und vor allem den Gott selbst in diese Schuld einzubegreifen um endlich ihn selbst an der Entsühnung zu interessieren.
(…)
Es liegt im Wesen dieser religiösen Bewegung, welche der Kapitalismus ist, das Aushalten bis ans Ende, bis an die endliche völlige Verschuldung Gottes, den erreichten Weltzustand der Verzweiflung auf die gerade noch gehofft wird.
Darin liegt das historisch Unerhörte des Kapitalismus, dass Religion nicht mehr Reform des Seins sondern dessen Zertrümmerung ist. (…)“
Kapitalismus als Religion ist ein vielfach rezipiertes Fragment des deutschen Philosophen Walter Benjamin aus dem Jahr 1921. Es blieb zu Lebzeiten unveröffentlicht. Benjamins Ansatz wird vor allem im Zuge von Religions- und Sozialkritik oder der Schulbildung rezipiert, dennoch wird der Kapitalismus selten in einer Systematik von Weltreligionen berücksichtigt – wohl gerade wegen den von Benjamin beschriebenen Mängeln.
Robert Kurz, Der Klassenkampf-Fetisch 1989
Der Klassenkampf-Fetisch*
interpretiert, sprachlich vereinfacht und verkürzt
Orginal von Robert Kurz / Ernst Lohoff (31.12.1989) hier: https://www.krisis.org/1989/der-klassenkampf-fetisch/
Kein Grundsatz des Marxismus scheint fundamentaler als der Bezug auf die Klassenspaltung der Gesellschaft. „Alle bisherige Geschichte ist eine Geschichte von Klassenkämpfen“. Klasse, Klasseninteresse, Klassenkampf scheinen das kategoriale A und O der Marxschen Theorie zu sein.
Die Klassen sind aber in der Marxschen Theorie letztlich eine sekundäre, abgeleitete Kategorie.
Der „Klassenkampf“ in diesem Sinne ist nichts weiter als die subjektive Seite der „Selbstbewegung des Kapitals“, d.h. der Selbstverwertung des Werts in der Form eines bewusstlosen, den Individuen äußerlichen gesellschaftlichen Verhältnisses. Führt also der Klassenkampf zur „Systemüberwindung“? Laut Robert Kurz eher nicht.
Die Lohnarbeiter von Siemens, Daimler, MBB oder der Atomindustrie usw. vertreten durchaus ihre Lohn- und Arbeitsplatz Interessen gegen ‚ihr‘ jeweiliges Kapital, treten für bessere Arbeitsbedingungen ein usw. aber sie müssen notwendig als warenförmige Interessen-Subjekte gleichzeitig für den Weltmarkterfolg von Siemens oder Daimler gegen z.B. die japanische Weltmarkt-Konkurrenz eintreten oder um ihrer „Arbeitsplätze“ willen, die Lobby der Atomindustrie etwa gegen Umweltschützer und Atomkraftgegner unterstützen (wie es auch die Betriebsräte der Kraftwerksindustrie ganz konsequent tun). Das gleiche gilt auch für die Arbeiter und Angestellten in der Rüstungsindustrie!
Die arbeitenden Menschen wissen sehr wohl, dass sie in einem objektiven „Interessengegensatz“ zum „Kapital“ stehen aber sie wissen auch, dass dieser Gegensatz seine Schranke findet in der Identität der Interessen auf einer anderen Ebene der allseitigen Konkurrenz!
Auf der heute erreichten Stufe der weltweiten Arbeitsteilung, ist dieses Moment der Interessen-Identität noch viel durchschlagender geworden. Es handelt sich hier keineswegs bloß um Ideologie im Sinne eines „falschen Bewusstseins“ der Arbeiter. Oder wie oft behauptet, einer manipulierten Abkehr vom „eigentlichen“ Arbeiter-Interesse.
„Ja wenn wir höheren Lohn erhalten, müssen unsere Produkte teurer verkauft werden, dann sind „wir“ evtl. nicht mehr konkurrenzfähig und gehen als Firma pleite. Wenn wir dadurch unsere Arbeitsplätze verlieren, was haben wir dann von dem höheren Gehalt???“
Diese bekannte Argumentation der Kollegen ist nicht einfach nur manipulativ und vom Arbeitgeber übernommen, sie stimmt im Kapitalismus ganz einfach.
Die „Gesetze der Warenproduktion“, die als Vollstreckung der Weltmarkt-Konkurrenz in Erscheinung treten, werden letzten Endes notgedrungen hingenommen, weil keinerlei gesellschaftliche Alternative dazu sichtbar ist.
Kapitalismus ist der ökonomische Zwang aus Geld, mehr Geld zu machen (G–W–G’) und diesem Zwang unterwirft sich zunehmend die gesamte Menschheit und zwar Klassen übergreifend. Er gilt ebenso für Kapitalisten, „bei Strafe ihres Untergangs“, wie Karl Marx es schon wusste.
Aus diesem Grunde ist es nur folgerichtig, wenn sich unsere sogenannten „Führungskräfte“ hinter dem Begriff des „Sachzwanges“ verstecken, um ihre, vom Wettbewerb erzwungenen Profit-Interessen zu verschleiern.
Eben aus diesem Grund ist es so wichtig, eine gesellschaftliche Alternative zu benennen und auch praktisch zu entwickeln, um nicht mehr von den Sachzwängen des Kapitalismus beherrschen zu werden. Selbst wenn es einfach nur die weit gefasste Formulierung, einer „Demokratischen Ökonomie“ ist. Es ist überhaupt nicht einsehbar, weshalb ausgerechnet die Verwendung der menschlichen Arbeitskraft, die über „Wohl und Wehe“ der Menschheit entscheidet, aus dieser „marktkonformen Demokratie“ (Angela Merkel) ausgeschlossen wird!
Die Menschen selber, sollten über die Verwendung ihrer Arbeitskraft bestimmen können! Auch Karl Marx wusste das bereits:
Zitat: „Wenn in der Religion die Produkte des menschlichen Kopfes als selbstständige Gestalten auftreten, „so in der Warenwelt die Produkte der menschlichen Hand, die nun als Dinge die Menschen kontrollieren, anstatt von ihnen kontrolliert zu werden.“ (Marx Engels Werke 23, 86)
„Der Mensch unterwirft sich der Dynamik seiner selbst erzeugten Produkte.“ (Friedrich Engels)
Das soll natürlich nicht bedeuten, dass alle Bewegungen und Kämpfe sich nicht lohnen würden, solange der Kapitalismus besteht! Das glatte Gegenteil ist der Fall: Jede Bewegung von unten, jede Selbstorganisation, ja selbst jede Tauschbörse, ist eine Schulung um eine wirkliche Demokratie von unten zu entwickeln!
Deshalb auch unser Aufstehen Motto: „Keine Politikerin, kein Politiker, keine Partei wird unsere Probleme lösen, wenn wir es nicht selbst tun!“
Karl Marx schrieb zur Arbeiterbewegung und Gewerkschaft:
„Handelte es sich in den Assoziationen wirklich nur um das, worum es sich zu handeln scheint, nämlich um die Bestimmung des Arbeitslohns, wäre das Verhältnis von Arbeit und Kapital ein ewiges, so würden diese Koalitionen an der Notwendigkeit der Dinge erfolglos scheitern. Aber sie sind das Mittel der Vereinigung der Arbeiterklasse, der Vorbereitung zum Sturz der ganzen alten Gesellschaft mit ihren Klassengegensätzen.“ Oder im Kommunistischen Manifest:
„Von Zeit zu Zeit siegen die Arbeiter, aber nur vorübergehend. Das eigentliche Resultat ihrer Kämpfe ist nicht der unmittelbare Erfolg, sondern die immer weiter um sich greifende Vereinigung der Arbeiter.“
(*)
Dazu muss man wissen, dass auch der Begriff des Fetischs aus der damaligen Religionswissenschaft stammt. Das Wort geht auf das portugiesische Wort feitiço zurück, das wiederum aufs lateinische facere verweist. Als feitiço bezeichneten die portugiesischen Missionare die Ding-Götter sog. „primitiver“ Gesellschaften – etwas menschlich Gemachtes, das Macht über die Hersteller gewinnt. Man spürt deutlich die „christliche“ und eurozentrische Arroganz gegenüber „primitiven“ Kulten, die in ihrer Unaufgeklärtheit das von ihnen selbst Geschnitzte anbeten. Vor diesem Hintergrund erweist sich Marxens Begriffsübertragung als Meisterstück der Subversion:
„Was ist der afrikanische Fetischismus gegenüber dem europäischen, bei dem die gesamte Regelung der gesellschaftlichen Produktion, die über Wohl und Wehe der Menschen entscheidet, der Eigendynamik der Mach-Werke überlassen wird!“ (Haug 2005, 162)
Den überheblich auf die von ihnen kolonisierten Völker hinabblickenden europäischen Eliten und ihren Ideologen wird der verdinglichte Kult im Zentrum ihres ökonomischen Lebens vor Augen gehalten.
Aus:
„Der Klassenkampf-Fetisch“, Thesen zur Entmythologisierung des Marxismus
Robert Kurz / Ernst Lohoff 31.12.1989 https://www.krisis.org/1989/der-klassenkampf-fetisch/
Zu diesem Thema auch interessant: https://diss-duisburg.de/2022/01/klasse-und-klassenkampf-laengst-ueberholte-begriffe/
* Jan Rehmann: Ist linke Religionskritik veraltet? Thesen zum Dialog zwischen Marxismus und Christentum (Eine frühe Fassung dieses Beitrags wurde mit dem Titel “Kritik des Jammertals. Zum 40. Jahrestag der Befreiungstheologie“ auf der Themenseite der Jungen Welt veröffentlicht (25. August 2008).


